Mensch und Umwelt / Kursdetails

R11G42 1000 Jahre "Kaiserpfalzquartier" - Ein siedlungsgeschichtlicher Streifzug

Beginn Do., 06.02.2020, 19:30 - 22:00 Uhr
Kursgebühr gebührenfrei - Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Geschäftsstelle des Vereins erreichen Sie unter Tel. 05321 3182757 oder per E-Mail: info@gv-goslar.de
Dauer 3 U-Std. 1 x abends
Onlineanmeldung Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.
Information In Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein Goslar e. V.
Kursleitung Dr. Tillmann Lohse
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Das Siedlungsareal zwischen Abzucht und Rammelsberg, das neuerdings als "Kaiserpfalzquartier" firmiert, kann auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurückblicken. Entscheidend geprägt wurde diese vor allem durch zwei Prestigebauten aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts: den königlichen Palast (Pfalz) auf der Anhöhe des Liebfrauenbergs und das zu seinen Füßen platzierte Chorherren-Stift St. Simon und Judas ("Dom"). Ursprünglich standen sich beide Bauten nicht bloß räumlich gegenüber, sondern waren auch funktional aufeinander bezogen. Das änderte sich aber bereits im 13. Jahrhundert, als die römisch-deutschen Könige nicht mehr nach Goslar kamen. Seither prägte vor allem der Gottesdienstbetrieb des Stifts die Besiedlung in seinem Umfeld. Die Kleriker des Stifts stammten nun nämlich nicht mehr aus der Hofkapelle, sondern aus dem lokalen Adel. Da sie ihr gemeinschaftliches Leben aufgaben, entstanden im Bereich der ehemaligen Domburg zahlreiche private Wohnhäuser ("Kurien"). Auch die Vikare, die an bestimmten Altären täglich Messen zu singen hatten, erhielten als Teil ihrer Pfründe solche Dienstwohnungen. Weitere Neubauten waren die Pfarrkirche St. Thomas, in der nicht zuletzt die Bediensteten der Chorherren seelsorgerisch betreut wurden, und ein Spital, das später "Großes Heiliges Kreuz" genannt werden sollte. An der städtebaulichen Konstellation des späten Mittelalters hat die Reformation nicht viel geändert. Erst die Aufhebung des Stifts (1819) gab den Anstoß zu einer weitgehend ungeplanten Neuordnung der Bebauung: Während die Pfalz im Geschmack des 19. Jahrhunderts restauriert wurde, entstand durch sukzessive Abrisse am Fuße des Liebfrauenberges eine große Freifläche, die erst als Aufmarschplatz, später als Parkplatz genutzt wurde und jetzt anders gestaltet werden soll.
Dr. habil. Tillmann Lohse wurde 2009 an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert. Seine 2012 publizierte Dissertation behandelt die Geschichte des weltlichen Kollegiatstifts St. Simon und Judas in Goslar von den Anfängen bis zur Gegenwart. Gegenwärtig lehrt er Mittelalterliche Geschichte an der Freien Universität Berlin sowie der Universität Leipzig.

Geschäftsstelle des Geschichtsvereins im St. Annenhaus (geöffnet: 1. Donnerstag zwischen 9 und 12 Uhr)
Telefon 05321 3182757 (auch außerhalb der Öffnungszeiten)
E-Mail: info@gv-goslar.de



Kurs abgeschlossen

Kursort

Kreistagssaal

Klubgartenstr. 6
38640 Goslar

Termine

Datum
06.02.2020
Uhrzeit
19:30 - 22:00 Uhr
Ort
Klubgartenstr. 6, GS; Kreishaus; KTS